Steensymposium
Steinsymposium 2013 Drucken
Das Steinsymposium fand dieses Jahr statt bei Åsgård in Tangen, Norwegen von 19. April bis 18. Juni 2013, in der Nähe von Olsby wo es früher statt fandet. Da waren noch nicht genügend Unterkommen fertig, weshalb dieses Jahr weniger Teilnehmer mitmachen konnten. Thorvald nahm dieses Jahr, nach 15 Jahren, nicht teil am Symposium, aber er hofft in die Zukunft wieder mit zu machen.
 
Steinsymposium 2012 Drucken

Zusammenarbeit mit der ALANUS-HOCHSCHULE/ALFTER
Steinsymposium in Norwegen
Von 2. May bis zum 21. Juni 2012

 
Steensymposium 2011 Drucken
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SAMENWERKING MET ALANUS-HOCHSCHULE/ALFTER
Steensymposium in Noorwegen
Van 2 mei t/m 21 juni 2011

 
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Aus dem Katalog „STEINSYMPOSIUM“

Marlies Rainer im Gespräch mit Prof. Andreas Kienlin:

MR: Ihr fahrt nun schon seit vielen Jahren mit den Studierenden des ersten Studienjahres Bildhauerei für mehrere Wochen nach Norwegen. Wie ist es dazu gekommen?

AK: Ausgangspunkt war, daß in der Bildhauerei die Arbeit mit Material im Vordergrund steht. Früher wurde in Sandstein in der Eifel gearbeitet. Als wir diese Erfahrungen ausbauen wollten, haben wir einen Ort gesucht, an dem wir in Hartgestein arbeiten können. Durch meine Kontakte nach Norwegen hat sich ergeben, daß wir uns dort in den Steinbrüchen in Larvik Steine besorgen können.  Wir dürften uns nehmen, was wir bewegen können. Das ist ein sehr schönes Motiv für die Begegnung mit dem Stein. Es war dann Mitte der neunziger Jahre, daß wir zum ersten Mal hingefahren sind.
……….

MR: Und im Frühjahr geht es dann los?

AK:  Ja, und auf diese Weise erleben wir zweimal den Frühling, erst im Reinland und dann Anfang Mai in Norwegen. Wir fahren zuerst nach Olsby, das liegt etwa 100 km nördlich von Oslo. Das ist ein alter Bauernhof, der umgebaut wurde zu einem sehr einfachen Sommerlager, das wir mieten können. Es liegt ganz nah am MjØsa-See, mitten im Wald. Dadurch gibt es eine gewisse Abgeschiedenheit. Das Motto heißt: arbeiten, schlafen und essen. Es ist eine tolle Gemeinschaft, die da zusammenkommt. Es kommen ja auch ältere Jahrgänge mit und andere Künstler. Wir sind die Einzigen, die während der Zeit dort wohnen. Die Raumverteilung klappt meisten, so daß jeder da wohnt, wo er es sich wünscht. Einer ist dann mehr draußen in der Natur und ein anderer in der Nähe der Küche.
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MR: Und wie beginnt die Steinarbeit?

AK: Es wird einmal eine Einführung über den Stein als Material gegeben. Geologisch, wie die verschiedenen Steine eigentlich entstanden sind und welche Eigenschaften sie haben. Für die Studenten des ersten Jahres machen wir zunächst eine Art Vorübung. Die besteht darin, sich in der Umgebung von Olsby einen Stein zu suchen, der einem irgendwie gefällt. Da haben wir ein ganzes Spektrum geologischer Situationen, die man beobachten kann. Es gibt z. B. den ‚EujeGneis´, den sogenannten ‚Augengneis´, ein verwandelter Granit, der rote Granitklumpen eingeschlossen hat. Den kann man wunderbar bearbeiten. Im letzten Jahr haben wir das Thema gegeben, eine Art „Kleinod“ zu erarbeiten. Oder es war das Thema Kugel oder ein anderes. Daran wird nun erst geübt, mit dem Stein zu arbeiten. Man lernt, mit dem Material und dem Werkzeug umzugehen und eignet sich die Grundkenntnisse an. Es wird Schlagen geübt und was man sonst noch mit Stein machen kann. Zunächst mit Hammer und Meißeln, in Handarbeit, ohne Flex. Manche aus den höheren Jahrgängen und die anderen Künstler fangen sofort mit der Flex an. Da wird schon Spannung aufgebaut. Aber beim ersten Stein soll jeder sich erstmal mit dem Material vertraut machen, das ist besser ohne Geräte.

MR: Und wie kommt man an die Steine aus dem Steinbruch?

AK: Wir fahren in den ersten Tagen in kleinen Gruppen nach Larvik, 100 km südlich von Oslo, wo die großen ‚Larvikit’-Steinbrüche sind. Torlund hat den Größten Steinbruch der Welt und ein Herz für Künstler. Er richtet auch internationale Symposien aus. Wir als Alanus Hochschule können Steine holen, so viel wie wir bewegen können. Dort erkunden wir erst mal den besonderen Ort, diesen gigantischen Raum, wo überall Steine liegen. Bruchsteine, gesägte Steine und riesige Blöcke.

MR: Sucht sich jeder dann seinen Stein?

AK: Ja, zuerst wird die Aufgabestellung gegeben, einen Stein zu finden, in den man sich spontan ‚verliebt’. Wir gehen dann durch den Steinbruch und sehen Unmengen von Steinen und doch ist es so, daß jeder Student ein bis mehrere Steine findet, die er unbedingt bearbeiten will. Das Ziel der späteren Arbeit ist dann, den Ausdruck, den man in dem Stein erlebt hat, zu verstärken und diesen besonderen, zunächst unbearbeiteten Stein durch die bildhauerische Arbeit über sich hinauszuheben. Auf der anderen Seite nehmen wir viele rohe Blöcke mit und machen dann in Olsby Modelle, die dann später in die Steine ‚übersetzt’ werden. So können beide Richtungen erlebt werden: Der Stein, der zu einem Bild hinführt und ein Modell aus dem inneren Bild, das in den Stein übertragen wird.
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MR: Lernt man auch voneinander?

AK: Ja, das meiste! Die Studenten helfen sich gegenseitig, beraten sich, schauen sich zu und erleben einfach die gegenseitigen Unterschiede. Wir machen auch so alle zwei Tage Betrachtungen und da kommt jeder mal dran und soll lernen, sich zu zeigen. Das Prinzip des Studiengangs ist es ja auch, Klassenverbände zu haben, in denen die Studenten vier Jahre zusammen bleiben, so daß man eine Menge voneinander lernen kann. Verschiedene Bildhauerkollegen kommen, um mit ihnen zu arbeiten. Das ergibt eine sehr gute Lernsituation.
…………

MR: Diese Arbeiten bleiben ja dann am Ort, wie ist es mit den Steinen?

AK: Die Steine werden in Norwegen in Grosse Kisten verpackt und für den Transport vorbereitet. In Alfter besteht die Aufgabe darin, daß dann ein Ausstellungsort gesucht wird. Meistens haben wir schon Kontakte und Ideen, die hilfreich sein können, aber eigentlich müssen die Studenten das selbst machen. Und dann kommen eine Woche später die Steine. Das ist dann ein tolles Erlebnis – da rundet sich die Sache.
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Aus dem Katalog ‚Steinsymposium’ 2008
Herausgeber Alanus Hochschule gGmbH
Johanneshof
D-53347 Alfter bei Bonn
www.alanus.edu

 
Steinbruch Larvik Drucken

 
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